24h Spa: Porsche erbt den sicher geglaubten BMW Erfolg
Nach einem dramatischen Finale in Spa Francorchamps sicherte sich doch noch das BMS SCUDERIA ITALIA SPA Team mit dem Porsche 997 GT3 RS den Gesamtsieg. Romain Dumas, Jörg Bergmeister, Martin Ragginger und Wolf Henzler setzten sich schlussendlich mit 1:16.822 Minute vor dem IMSA PERFORMANCE MATMUT Team durch. Rang drei geht an die Pechvögel von BMW Motorsport.
Nur 40 Minuten trennten das Team rund um Charly Lamm vom zweiten großen Saisonerfolg nach dem Sieg beim 24h Rennen am Nürburgring. Eine gebrochene Spurstange vorne links war es jedoch, die Schlussfahrer Dirk Werner zum
Verhängnis wurde. Der Kissenbrücker rutschte von der Strecke aus ins Kiesbett ab und schlug in die Reifenstapel ein. Das BMW Motorsport Team tat daraufhin alles Menschen mögliche, um den BMW M3 GT2 so schnell wie möglich wieder ins Rennen zu schicken, dennoch reichte es schlussendlich nur noch zum dritten Gesamtrang. Dadurch „erbte“ das BMS SCUDERIA ITALIA SPA Team mit Romain Dumas, Jörg Bergmeister, Martin Ragginger und Wolf Henzler am Volant doch noch den Sieg beim Langstreckenklassiker in den Ardennen. Das Fahrerquartett setzte sich mit 1:16.822 Minute Vorsprung vor dem IMSA PERFORMANCE MATMUT Team mit den Piloten Raymond Narac, Patrick Long, Patrick Pilet und Richard Lietz durch. Dies war auch gleichzeitig der Endstand in der GT2 Klasse.
Die GTN Klasse wurde von BMW Motorsport dominiert. Hier setzten sich Dirk Adorf, Dirk Müller und Dirk Werner mit sechs Runden Vorsprung vor den Teamkollegen Uwe Alzen, Pedro Lamy und Jörg Müller durch. Marco Seefried, der in der VLN Langstreckenmeisterschaft den Porsche des Prescolaris Team M-Speed pilotiert, kam am Ende mit dem JETALLIANCE Racing Team auf den vierten Klassenrang in der GTN. Den Sieg in der GT3 Klasse sicherte sich überraschend das Team von MUHLNER MOTORSPORT.
Stimmen nach dem Rennen:
Jörg Bergmeister (Startnummer 23, BMS SCUDERIA ITALIA SPA): „Es tut mir wirklich leid für die Jungs von BMW Motorsport, die über das gesamte Rennen sehr gut unterwegs waren. Die Geschehnisse haben sich heute kurioserweise ausgeglichen, da wir beim 24h Rennen am Nürburgring in Führung liegend Probleme hatten und dadurch BMW Motorsport dort gewonnen hat. Jetzt lief das Ganze dann genau umgekehrt. Ein perfektes Ergebnis für uns. Das ganze Team hat einen klasse Job gemacht und wir hatten nicht ein Problem am Fahrzeug.“
Martin Ragginger (Startnummer 23, BMS SCUDERIA ITALIA SPA): „So ein prestigeträchtiges Rennen zu gewinnen ist für mich persönlich einfach unglaublich. Vielen Dank an das Team und meine Fahrerkollegen.“
Wolf Henzler (Startnummer 23, BMS SCUDERIA ITALIA SPA): „Ich sah auf einmal den BMW in langsamer Fahrt vor mir und ich habe über Funk nachgefragt, was genau los ist. Mir wurde mitgeteilt, dass sie irgendwelche Probleme am Fahrzeug haben. Ich konnte es zuerst gar nicht fassen. Einfach unglaublich! Es ist nach Le Mans ein sehr, sehr wichtiger Sieg für mich in diesem Jahr. Vielen Dank an Porsche, Michelin und an das gesamte BMS Team.“
Romain Dumas (Startnummer 23, BMS SCUDERIA ITALIA SPA): „Es war ein fantastisches Rennen. So hart und grausam kann Motorsport manchmal sein. Auch ein 24h Rennen ist erst mit Fallen der Zielflagge beendet. Wir sind sehr glücklich.“
Dirk Werner (Startnummer 79, BMW Motorsport): „Die Enttäuschung ist sehr groß. Ich hatte bereits etwas Tempo herausgenommen, um die Führung ohne unnötiges Risiko ins Ziel zu bringen, als plötzlich die Spurstange brach und ich im Reifenstapel landete. Ich kam zwar noch in die Box zurück, aber der Sieg war weg. Das Auto war wirklich klasse, vor allem im Trockenen. Wir hatten wirklich ein tolles Rennen – bis auf die letzten 40 Minuten.“
Dirk Müller (Startnummer 79, BMW Motorsport): „Wir haben während dieses Wochenendes als Team sehr gut zusammengearbeitet. Unser Auto lief ohne jedes technisches Problem, und wir konnten umsetzen, was wir uns vorgenommen hatten. Was dann passiert ist, habe ich in meinem Leben noch nicht erlebt. Mit nur drei Fahrern haben wir die Herausforderung Spa dennoch sehr gut gemeistert.“
Dirk Adorf (Startnummer 79, BMW Motorsport): „Es war für mich etwas Besonderes, für BMW bei diesem Klassiker antreten zu können. Erst hat uns das Wetter nicht in die Karten gespielt. Als es dann jedoch wieder trocken wurde, konnten wir eine tolle Performance zeigen. Ich hatte großartige Teamkollegen, und wir haben uns keine Fehler erlaubt. Wäre uns das Malheur in der dritten Rennstunde passiert, hätten wir aufholen können. So kurz vor Schluss kann man jedoch nicht einfach nichts mehr tun.“
Jörg Müller (Startnummer 78, BMW Motorsport): „Dieses Rennen war wirklich nicht einfach. Die Kühlung im Cockpit hat zunächst nicht korrekt funktioniert, so dass es für uns Fahrer wirklich anstrengend war. Aber wir haben dennoch unseren Rhythmus gefunden und im Rennverlauf kontinuierlich Boden gutgemacht. Das war in diesem Jahr schon das dritte 24-Stunden-Rennen, bei dem ich am Start war. Und ich kann nur sagen: Das Rennen hier war das härteste von allen.“
Pedro Lamy (Startnummer 78, BMW Motorsport): „In der Anfangsphase lief es für uns nicht nach Plan. Bei zwei längeren Reparaturstopps haben wir Zeit verloren, die wir im Rennverlauf nicht mehr aufholen konnten. Das ist sehr schade, denn mit diesem Auto wäre eine Menge möglich gewesen. Aber so ist der Rennsport. Mal bestimmt man das Geschehen, und dann steht man doch nicht ganz oben. Das Pendel schlägt sicher auch wieder in die andere Richtung aus.“
Uwe Alzen (Startnummer 78, BMW Motorsport): „Das war eines der härtesten Rennen in meiner Karriere. Wir hatten ein paar Probleme mit der Luftzufuhr im Cockpit, so dass die ohnehin schon anstrengende Strecke von Spa zu einer noch größeren Herausforderung wurde. Wir haben uns nach den längeren Boxenstopps zu Beginn noch toll durch das Feld gekämpft. Für die Kollegen im anderen Auto tut es mir sehr leid, dass sie so kurz vor dem Ziel noch den Sieg aus der Hand geben mussten.“
Quellen der Kommentare: Live-TV / Pressetext BMW Motorsport
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